Okay, es war ganz schön mies von der Aschewolke, mir die Urlaubsreise nach Mallorca zu vermiesen. Aber dafür gings spontan nach Amsterdam. In kleinen Wagonetten lässt es sich aushalten und Gott sei dank gab es auch eine kleine Heizung dazu, ansonsten wäre es doch seeeehr kalt gewesen.
Ich saß innerhalb von 5 Tagen noch nie so oft in Cafés! Hier eines, da eines und es hörte gar nicht mehr auf und eines schöner als das andere! Ich habe auch ein paar Worte holländisch gelernt und kann jetzt nach zwei Tickets für die Straßenbahn fragen: “Mag ik twee kaartje voor een uur?” “bedankt” oder “tank u wel”(=Danke) und “alstublieft” (Bitte) funktionieren auch ganz gut- und wer jetzt denkt, das war das höchste der Gefühle, der täuscht sich, denn ich könnte nun auch zwei Aal-Brötchen bestellen, wenn ich wollte: “Mag ik twee paling broodje?”,wobei im holländischen das “g” “ch” (wie bei “Dach”) ausgesprochen wird. Ich bin jetzt auch ganz stolz darauf, dass ich “De telegraaf” mit seinen laatste nieuws lesen und zum Teil übersetzen kann- mehr schlecht als recht, aber mit etwas Geduld gehts. Es gibt natürlich noch eine Menge andere Stolpersteine, wie z.B. dass “ui” “öi” oder “ij” “ei” ausgesprochen wird, aber die liste ich nicht auf. Es würde den Rahmen sprengen.
Ansonsten unterhält man sich am besten auf Englisch, wobei es anscheinend viele Deutsche gibt, die voraussetzen, dass man in Holland Deutsch mit einem spricht und so konnte man häufig Situationen beobachten, in denen arme holländische Kellner/-innen gleich zu Beginn mit voller Breitseite vom Deutsch erschlagen wurden und es vom Besteller keinen einzigen Hinweis gab, er versuche mal eine englische Vokabel einzubauen. In den Situationen war ich froh, dass ich nicht unbedingt Deutsch aussehe- es war doch echt peinlich! Ein kleines “Thank you”, “Merci” oder “Bedankt” wäre doch drin gewesen…
Neben der Stadtmitte von Amsterdam und Zeeburg wurde auch der Strand von Den Haag, Waterland (sehr schönes Örtchen, wo man für 3 Std. ein kleines Motorboot mieten (te huur) kann) und Marken (nette Insel) besucht. Auf dem Flohmarkt von Amsterdam kann man auch eine Menge Geld lassen (Käse, Fisch, Kleidung, Blumen, etc.), aber es ist ebenso schön, sich von der Atmosphäre einfach nur berieseln zu lassen.
Essen und Trinken in Amsterdam? Mal davon angesehen, dass man wegen der vielen Cafés sowieso den ganzen Tag trinken und schlemmen könnte, kann ich das “Borrelgedeck” empfehlen. Das Gedeck wird anscheinend unterschiedlich serviert. Das Borreltjegedeck, das ich hatte, bestand aus leckeren Käsewürfeln (alter und junger Käse), Leberwurst- und Mettscheiben, serviert mit Senf, Gurke und Zahnstochern. Eigentlich soll es laut Reiseführer noch einen bestimmten Schnaps dazugeben, aber ein Wirt kannte den z.B. nicht. In Amsterdam kann man ein uraltes Pfannkuchenhaus besuchen- ich hätte mir im Nachhinein gewünscht, dass ich vorher keinen fetten Burger von Mc Doof gegessen hätte. Also am Besten mit leerem Magen hin, denn die “poffertje” (kleine Pfannkuchen) stopfen auch ganz gut! Ansonsten gibt es noch Pommes, Döner und Chinanudeln- und mich hätte es nicht gewundert, wenn unter einem Pommesladen noch die Bezeichnung “Steakhouse” gestanden hätte.
Als Bier kann man Amstel trinken (auch alkoholfrei zu kaufen :(), Grolsch oder was ich nicht empfehlen kann: Wieckse (ein richtig widerliches Plörre-Bier, welches aber wohl häufig und gerne getrunken wird, was ich wiederum nicht verstehen kann… bäh!) und natürlich Heineken.
Alles in allem, eine sehr schöne Stadt mit vielen Grachten, Booten und Hausbooten, Brücken, süßen Häusern, fröhlichen Menschen, schönen Cafés und tollen Landschaften. Leider bin ich nun wieder in Hannover, habe auch gleich mal ein bißchen Halsschmerzen mitgebracht, sitze auf dem Balkon in der Sonne, schwelge noch ein wenig in Erinnerungen und verdränge den Gedanken, dass morgen der Alltag wieder beginnt…*seufz*
28.4.2010 bei 22:10
ja geilo! holländisch find ich toll. aber gott sei dank habe ich mich dann doch für maya und nicht für tweety-ann van de haas entschieden.
schreib doch bitte öfter mal was…büüüüüüüdde!
ik hou van je!
29.4.2010 bei 09:09
schöner bericht spätzle!
ich war übrigens auch dabei
7.5.2010 bei 23:02
ja genau, mein spätzle war auch dabei. etwas lustiges zum thema sprache habe ich noch vergessen zu erwähnen: “banden dealer” im holländischen dürfte auf deutsch “reifenhändler” heißen (banden= reifen; dealer= händler).
und nun stellt euch mal eine banden-dealer-beratung vor: “also bei ihren bedürfnissen könnte ich ihnen die mafia empfehlen. hier sehen sie sie- gerade erst letzte woche frisch aus italien importiert! ich mache ihnen einen charmanten preis, bei dem sie nicht ‘nein’ sagen können!”…